Apollonia

Insel der Wahrheit

Showdown auf Korsika! Wird Apollonia die Wahrheit herausfinden oder scheitern? Sicher ist nur: Sie muss kämpfen ...

Erhältlich als E-Book und Taschenbuch. Mehr...

Leseprobe: Apollonia - Insel der Wahrheit

1. Kapitel

Apollonia stand am Fenster und blickte hinaus. Ein mäßiger Wind bewegte die Palmen im Garten des Durandessa Hotels, gleichzeitig schob er die Wellen des Mittelmeeres mit ihren weißen Schaumkronen sachte an den Strand. Am bewölkten Horizont ging die Sonne auf. In ein paar Stunden würde sie die Insel mit ihrer Helligkeit und winterlichen Wärme verwöhnen. Zumindest war das die Aussage des Moderators, der wenige Minuten zuvor die Wetterkarte im Fernsehen präsentiert hatte. Jetzt berichtete ein anderer Sprecher über das Weltgeschehen. Aber Apollonias Gedanken schienen dem Wind zu folgen und ließen die Stimme des Fernsehmoderators allmählich verklingen.

In der Nacht war sie mit ihrem Bruder Jonathan und Marc im Durandessa Hotel auf Korsika angekommen. Nach einem kurzen Gespräch mit Pierre Durand hatten sie ihre Appartements bezogen und sich schlafen gelegt. Marc war sofort entschlummert, sie dagegen hatte noch wach gelegen und an Dominic gedacht. Sein Selbstmord ließ ihr keine Ruhe, so dass sie erst spät eingeschlafen war. Nach einer wenig erholsamen Nacht hatte sie schließlich resigniert und war um sieben Uhr aufgestanden.

„Du bist schon wach?“

 Apollonia fuhr zusammen und drehte sich um. Marc stand verschlafen im Zimmer.

 „Warum stehst du hier im Dunkeln?“ Er betätigte den Schalter. „Ah, wie grell!“, rief er und löschte die Lampe gleich wieder.

 „Ohne Licht kann ich den Sonnenaufgang besser genießen“, flunkerte sie. „Habe ich dich geweckt?“

 „Ich bin von selbst aufgewacht. Anscheinend bin ich ausgeschlafen.“ Er gähnte herzhaft.

 „Offensichtlich nicht.“ Apollonia schmunzelte. „Ich gehe ins Bad. Um neun Uhr sind wir mit den Durands zum Frühstück verabredet. Du kannst dich rasieren, während ich dusche“, schlug sie vor.

 Marc strich über seine Wangen.

 „Du kratzt“, versetzte sie nachdrücklich und ging ins Schlafzimmer, um ihre Kleidung aus dem Koffer zu nehmen.

 „Ja, ja“, murmelte er.

 „Oder willst du zuerst duschen?“

 „Nein, nein.“ Marc nahm die Fernbedienung, setzte sich auf das Sofa und zappte durch die Programme.

 „Dafür ist jetzt keine Zeit.“ Apollonia ging ins Bad.

 „Es wird sowieso nur auf Französisch gequatscht“, klagte Marc, als er das Badezimmer betrat.

 Apollonia lachte. „Was hast du erwartet? Wir sind auf Korsika.“ Sie zog ihren rot-weiß karierten Flanellpyjama aus. Marc nahm sie in die Arme und küsste sie.

 „Dafür ist ebenso wenig Zeit“, flüsterte sie. „Marie und Pierre warten auf uns.“

 Widerwillig gab er sie frei. „Du hast mir immer noch nichts über Dominic erzählt“, beschwerte er sich.

 Apollonia stieg in die Dusche.

 „Polly! Was war dieser Dominic für ein Typ? Was verschweigst du mir?"

„Ich werde dir von ihm erzählen - versprochen. Aber alles zu seiner Zeit.“ Entschlossen zog sie die Duschtür zu und drehte das Wasser auf. Sie musste sich reiflich überlegen, was sie Marc über Dominic erzählen sollte.